Eltern wissen, Erziehung gibt es nicht

Eltern sollen Kinder erziehen. Erziehen, was für ein Unwort. Ohne sprachwissenschaftlich exakt sein zu wollen: ziehen ist nur gegen Widerstand nötig. Genau hier liegt das Problem. Jemanden, zum Beispiel ein wehrloses Kind, mit Teufels Gewalt dahin zu bringen, wo es gemäss Etikette, Anstand und Konvention eben hingehört, erzeugt Widerstand. Lügen und Betrügen heissen die Auswege – Kinder lernen schnell. Deshalb muss man beim Erziehen auch soviel KONTROLLIEREN. Und das ist ganz schlecht für’s Klima. Also so geht’s nicht. Was hingegen funktioniert ist Vorleben. Aktiv zeigen, wie etwas gehen und wie man miteinander umgehen soll. Das heisst aber, dass Vater und Mutter sich nicht um Ihre Vorbildrolle drücken dürfen. Zugegeben, das ist nicht immer einfach. Und der gelegentliche Ausrutscher menschlich.

Der Fisch stinkt vom Kopf

Verhalten färbt ab. So genau Kinder Erwachsene beobachten und imitieren, so kopieren – nun betreten wir die Unternehmensfamilie – die Mitarbeiter ihre Vorgesetzten. So gut das gute Beispiel funktioniert, so gut funktioniert auch das schlechte. Das geht von ganz unten bis ganz hoch hinauf. Deshalb ist es mehr als ein salopper Spruch, dass der Fisch vom Kopf her stinkt. 

Wasser predigen und Wasser trinken

Man soll nicht mehr verlangen als man selber bereit ist zu liefern. Man soll sich selber an die Regeln halten, die man für andere aufstellt. Und wenn man mal dagegen verstösst, soll man offen dazu stehen. Und damit grad selber beweisen, dass Vertrauen besser ist als Kontrollieren.

The Tone from the Top

Es ist der hohen Kunst vorbehalten, den Tone from the Top nicht nur korrekt gestimmt, sondern auch beschwingt «nach unten» klingen zu lassen. Zu besonderen Gelegenheiten perlend frisch. Und gleichmässig verteilt. Die Woche ist lang, sie soll nicht auch noch langweilig sein.